21. Später
Ich sprach hierüber zu meinen Sakhis, als wir nachmittags zum Tanzen gingen und sie lächelten. »Krishna!« sagten sie. »Krishna? Aber Er war nirgendwo in der Nähe!« »Hast Du hoch in die Äste des Baumes geblickt, unter dem Du eine Weile ruhtest?« »Wo ich die Murli hörte... Nein! Kann Er dort gewesen sein?« »Glaub nur, daß Er es war, der Schelm!« »Oh, aber dieser Krishna geht zu weit!« protestierte ich zornig. »Die Chhachh gehörte meinem Nath; und Krishna hat kein Recht sie zu stehlen!«
Ein plötzliches Gelächter kam von irgendwo über uns und eine Stimme so süß wie die Vina, so sanft wie ein Blütenblatt, so spottend wie die eines schadenfrohen Kindes, sprach. »Hört sie!« trillerte es, geradeso wie ein lachender Vogel. »Hört sie! Wisse oh Du Dumme, daß es kein »mein« und »sein« in Brindaban gibt! Alles gehört Mir, der ich der Herr von Gokul bin. Und falls Du dies vergißt, Krishna hat viele, viele Wege Dein Gedächtnis wieder aufzufrischen!«Die Stimme ging sanft hinweg und es war für eine Weile Stille. Aber nur für eine Weile, denn plötzlich fanden die verdutzten Gopis ihre Zungen wieder, riefen »Krishna! Krishna! Kanhayya!« und rannten hierhin und dorthin wie von Honig trunkene Bienen, immer wieder verspottet, immer wieder umgangen von jenem silbernen Gelächtergeklingel. Kaum wissend was ich tat, drehte ich mich um und eilte blindlings nach Hause, meine Wangen brennend, mein Herz klopfend, meine Ohren von jener auserlesenen Stimme, jenem unwiderstehlichen Gelächter kindlicher Freude und köstlicher Spötterei verfolgt...
