06 Zwei Tage später
Sie nennen Ihn auch »Mohan«, »Hari«! »Nand Kishor«, »Kanhayya«, »Kanha« und mit vielen anderen Namen. Jeder neue Name ist wie eine neu gelernte Note in einer himmlischen Raga. Ich sammle diese Perlen von Namen, die süß von den Lippen meiner Kameradinnen fallen, und fädel sie, so wie sie sind, auf den goldenen Faden meiner Erinnerung und trage sie als Halsband. Dieser Name hat mich so gefangengenommen, daß ich oft alles vergesse und mich nur an »Krishna« erinnere! Und doch, so seltsam es klingt, dieses Sich-Erinnern ist außerhalb meines täglichen Lebens und berührt in keiner Weise meine Beziehung mit jenen, die um mich sind. Doch ich muß vorsichtig sein, denn mein Herr sah heute morgen mit Erstaunen auf mich, als ich mich, die Tulsiblätter für ihn pflückend, plötzlich in jenem Wort »Krishna« verlor und ihn und seine Puja und die Tulsiblätter vollkommen vergaß!Der Verdruß meines Herrn wäre schlimmer als der Tod, denn jetzt ist er wirklich zum Herrn meines Herzens geworden und ich bin sogar ein Teil von ihm, und in keiner Weise von ihm getrennt. So laß mich vorsichtig sein, damit dieses Wort »Krishna« mir nicht vollkommen meine Sinne raubt und dadurch dann das starke und zarte Herz, das meine Zuflucht, meine Stütze, mein Kopfkissen der Stärke geworden ist, verletzt.
