Dhyanyogi
Nach fünf Monaten bekam Dhyanyogi-ji Fieber, das mehrere Tage anhielt, war aber gleichzeitig völlig von Freude durchdrungen. Die Hitze in seinem Körper, die durch seine Praktiken hervorgerufen wurde, war so stark, dass er sich nicht mehr richtig ankleidete und sein Bett mit Wasser besprengte, bevor er sich hinlegte. Einen Monat später, während er des Nachts den heiligen Namen Ram sang, glitt er spontan in das tiefste Stadium der Meditation, welches als Samadhi bekannt ist. Es war, als sei sein Körper mit göttlichem Licht erfüllt, und in diesem Zustand erfuhr er die Antworten auf jene Fragen, die ihn während seines ganzen Lebens verfolgt hatten.
"Plötzlich hatte ich das Gefühl zu ersticken, mir war, als ob ich nicht ausatmen könnte. Ich bekam grosse Angst und fragte mich, ob ich nun sterben müsste. Würde ich je wieder in die normale Bewusstseinsebene zurückkommen?“
Dann ging dieser Zustand vorüber, und ich hatte das Gefühl, mein Schädel würde vor lauter Glückseligkeit zerspringen. Ekstase schoss wie die Strahlen eines Springbrunnens aus den Haarwurzeln auf meinem Kopf. Ich war vollkommen eingetaucht in einem See von Glückseligkeit. Ich habe keine Worte, um diesen Zustand zu beschreiben. Nicht nur hatte ich noch nie zuvor so eine übernatürliche Glückseligkeit und solch herrliches Licht erfahren; ich hatte auch noch nie davon gehört! Ich wollte für immer in diesem Zustand bleiben.
Der Zustand des Samadhi kann nur von der Seele erfasst werden. Das war ein goldener Tag in meinem Leben. Meine Freude und Glückseligkeit glichen der Freude, die ein Ertrinkender spürt, wenn er das rettende Ufer erreicht, oder wenn ein lebenslänglich Verurteilter freikommt, oder wenn ein Krieger siegreich aus einem erbitterten Kampf hervorgeht. Mein Körper fühlte sich leicht an, und die vom Fasten herrührende Schwäche verschwand wie durch einen Zauber. Ich war sehr wach und voller Energie. Das unbestimmte geistige Unwohlsein, welches mich seit meiner Kindheit begleitet hatte, die Suche nach meiner wahren Identität und meine ständige Angst vor dem Tod lösten sich in nichts auf. Das Leben schien voller Freude, und als ich realisierte, dass ich mein Ziel erreicht hatte, verstand ich auch die Wichtigkeit dieses Lebens.


