19 Am nächsten Tag
Gestern sprachen mein Nath und ich lange zusammen und unsere Seelen wurden unlösbar miteinander verbunden. Denn Liebe ist ein starkes Band und doch kann es manchmal brechen, wenn es nicht durch Verständnis gestärkt wird. Niemals soll mein Herz die Freude vergessen, die es erfuhr, als es sich dem tiefen, verstehenden Blick meines Herzens Herrn offen darlegte.
Ich erzählte ihm alles über mein früheres Leben und als ich damit fertig war, lächelte er. »All das weiß ich!« sagte er. »Was!« rief ich vor Erstaunen. »Was meinst Du?« »Lange, lange habe ich Dich geliebt, Sharmila - immer, seitdem ich ein bloßes schmächtiges Bürschchen von 16 Jahren war, hörte ich, daß Deine Schönheit und Deine Süße in der Stadt, in der Du lebtest, gepriesen wurde!«
»Hast Du immer noch Angst ihren Namen auszusprechen?« fragte ich sanft. »Nein, keine Angst. Aber ich versprach Deinem Vater, daß weder sein Name, noch der Name seiner Familie, noch der Name der Stadt, in der er lebte, jemals über meine Lippen kommen soll.«
»Das gesprochene Wort muß für immer wahr gehalten werden!« sagte ich neckend. »Und sieh nur, wie Du Dein Versprechen Deiner Schwester gegenüber eingehalten hast!«
»Ah! Meine Schwester! Ja, ich vergaß sie, es wird viel Geschrei in unserem Haus heute abend geben! Aber fürchte nichts, Malati war äußerst unmäßig, und ging in ihrer Bosheit zu weit und sie soll wissen, daß ich kein Kind bin, das man mit scharfen Worten einschüchtert.
»Das gesprochene Wort muß für immer wahr gehalten werden!« sagte ich neckend. »Und sieh nur, wie Du Dein Versprechen Deiner Schwester gegenüber eingehalten hast!«»Ah! Meine Schwester! Ja, ich vergaß sie, es wird viel Geschrei in unserem Haus heute abend geben! Aber fürchte nichts, Malati war äußerst unmäßig, und ging in ihrer Bosheit zu weit und sie soll wissen, daß ich kein Kind bin, das man mit scharfen Worten einschüchtert.
In der Tat könnte ich mir vorstellen, daß es mehr ihre Eifersucht auf Dich als ihre Abneigung gegen Shri Radha war, die verursachte, daß sie sich selbst so vergaß.« Hierbei lächelte ich, denn Männer, sogar die besten und weisesten sind wie Kinder in ihrem Verstehen, verglichen mit Frauen und blind wie Fledermäuse. Ihr Geist, verglichen mit dem der Frauen, ist wie ein Elefant verglichen mit einem Rehkitz. So lächelte ich und blieb in Frieden. Aber jetzt wechselte ich das Thema und sprach über die wunderschöne Flöte, der ich am Tag vorher lauschte. Er hörte zu und nickte langsam.
»Du hast Krishna gehört«, sagte er. »Hast Du Ihn gesehen?« fragte ich mit schneller
werdendem Pulsschlag. »Nein, denn meine Mutter ließ mich versprechen, daß ich Ihn meiden würde - und dann, wie Du weißt, bin ich noch nicht lange in Gokul.« »Und jetzt?«
»Und jetzt - bin ich verwurzelt. Denn ist dies nicht von nun an mein Haus?« Und so unterhielten wir uns in süßer Übereinstimmung bis die Sonne sich dem Westen zuneigte und der letzte bleibende Schein ihres Abschiedsfestspieles voller Farben von der Erde zum Himmel verschwand. Und die Stille des neugeborenen Zwielichtes kam über unsere Geister und wir waren stumm - als plötzlich eine Fülle goldener Musik in unsere Ohren fiel, so süß, so klar, so heiter, jeder Ton schien mit einem winzigen bunt-flammenden Stern versehen zu sein. Und dann wurde die goldene Fülle zu einem Regenbogen farbiger Edelsteine, funkelnd und blitzend, bis wir beide, mein Herr und ich, unsere Hände vor unsere geblendeten Augen schlugen, nicht mehr wissend ob wir die Musik SAHEN oder hörten oder die Farben HÖRTEN oder sahen...
werdendem Pulsschlag. »Nein, denn meine Mutter ließ mich versprechen, daß ich Ihn meiden würde - und dann, wie Du weißt, bin ich noch nicht lange in Gokul.« »Und jetzt?«
»Und jetzt - bin ich verwurzelt. Denn ist dies nicht von nun an mein Haus?« Und so unterhielten wir uns in süßer Übereinstimmung bis die Sonne sich dem Westen zuneigte und der letzte bleibende Schein ihres Abschiedsfestspieles voller Farben von der Erde zum Himmel verschwand. Und die Stille des neugeborenen Zwielichtes kam über unsere Geister und wir waren stumm - als plötzlich eine Fülle goldener Musik in unsere Ohren fiel, so süß, so klar, so heiter, jeder Ton schien mit einem winzigen bunt-flammenden Stern versehen zu sein. Und dann wurde die goldene Fülle zu einem Regenbogen farbiger Edelsteine, funkelnd und blitzend, bis wir beide, mein Herr und ich, unsere Hände vor unsere geblendeten Augen schlugen, nicht mehr wissend ob wir die Musik SAHEN oder hörten oder die Farben HÖRTEN oder sahen...
Ich weiß nicht, wann diese Musik aufhörte, denn wir fielen vor Entzücken halb in Ohnmacht und waren völlig der Welt verloren. Ich weiß jetzt, was Samadhi bedeutet. DAS war Samadhi, diese göttliche Verzückung, dieses äußerste Vergessen der Sinnenwelt, des Körpers - diese unaussprechliche Glückseligkeit, wenn die Seele zum Schluß dem Paramatma gegenübersteht und weiß »Das bin ich«.Niemals, niemals werde ich den gestrigen Abend vergessen, denn mit dem ersten Ton der himmlischen Flöte wurde ich neugeboren, niemals wieder fähig zu sterben... Was passierte, als meine Schwiegereltern und Schwägerinnen vom Jahrmarkt zurückkamen und Malati mich frei sah und mein Nath nicht zum Scherzen aufgelegt war - warum, das soll am besten vergessen sein! Und es ist vergessen.