28. Zwei Wochen später
Das Leben ist ein wunderbarer Traum geworden, jeder Tag ein vielfarbiger Edelstein, aufgezogen auf dem seidenem Band der Zeit, jede Nacht ein heiliger Tempel, durchdrungen von der anmutigen Gegenwart des Herrn der Herzen. Krishna, in der Tat, erfüllt unsere Tage mit Freude und Gelächter und Gesang; endlos sind Seine Possen, endlos Seine Vorstellungen und endlos Seine Freude an unserer Irreführung! Manchmal gesellt Er sich zu uns in der Kühle des Tages und spielt auf Seiner Flöte, während wir um Ihn herumtanzen; manchmal führt Er uns zu einer lustigen Verfolgungsjagd durch die dichten Wälder und wenn wir müde und hoffnungslos dastehen und unsere Köpfe schütteln und Ihn aufgeben, oh! fällt von den Himmeln, so scheint es, eine Menge Blütenblätter und Krishna ist da, hoch über uns schwingend in den Ästen eines beblätterten Baumes, Musik zu uns herunterlachend, in unsere nach oben gerichteten Gesichter!Manchmal kommt Er plötzlich zu uns, wenn wir dasitzen und von Ihm sprechen, und zerstreut unseren Spaß mit einem langen Ruf von seiner Flöte. Manchmal ertönt Seine Flöte von allen vier Richtungen zugleich und eine Gopi sagt: »Sie erscholl da!« Und eine andere: »Nein, nein, es war hier!« Und eine dritte: »Ihr irrt beide, es war da!« Und so spricht jede Gopi anders, und sie fangen an zu streiten und rennen herum wie verrückte Frauen, wenn, oh! Krishna in ihre Mitte springt und mit ihren Lotusblumen oder ihren Girlanden oder ihren Blumen, die für die Puja gepflückt wurden, fortrennt, und dann ist ein nutzloses Schelten und Geplapper und Wehklagen!
Aber mehr als alles liebt Er sich selbst zu verstellen und uns irrezuführen. Wie an jenem Tag, als ich die Töpfe wusch und ein kleiner Junge zu mir kam und sagte: »Bist Du Sharmila, die Frau von Madhava, dem Gauli?« »Ja, ja!« sagte ich eifrig. »Was ist los mit ihm? Geht es ihm gut?« »Ich weiß es nicht«, sagte der Junge. »Aber er braucht Dich. Komm, ich werde Dich zu ihm führen.« Worauf ich Töpfe und Pfannen wegwarf und heißen Fußes hinter dem Jungen herlief, durch die Wälder. Und in einer Lichtung verließ mich der Junge und mein Herr war da! »Was ist los, Sharmila! Ich wollte zu Dir kommen! Man sagte mir, Du brauchtest mich!« »Du -? Aber man sagte MIR, DU - Wo ist der Junge?« fragte ich, als ein plötzlicher Verdacht in mir hochkam. Aber der Junge war verschwunden! Worauf mein Herr lachte. »Krishna hat sich ein Spiel mit uns erlaubt«, sagte er. Dann ging er seinen Weg und ich meinen.