30. Zwei Wochen später
»Gut gesprochen, Sharmila!« lachte eine honigsüße Stimme, die ich sehr gut kannte. »In der Tat gut gesprochen! Eine Lektion hast Du gelernt. Die andere - mußt Du noch lernen!« Und mit diesen Worten löste sich die Alte, so wie sie war, in dünne Luft auf und ich war allein gelassen, um mich blickend und meine Augen reibend, während die Wälder um mich herum mit einem wunderbaren Duft erfüllt waren, der meine Nase füllte und meine Sinne verwirrte. Ich dachte lange und vorsichtig darüber nach, was diese »andere Lektion« sein könnte, konnte aber zu keiner Lösung kommen. Ich fragte meinen Nath, aber er wurde genauso verwirrt wie ich. Mein Leben wurde dunkel, meine Tage voller Suchen, meine Nächte ein langes Wiederholen von Fragen. Aber ich konnte keine Antwort finden. Die Vögel, die Bäume, der Himmel, der Fluß, der Bach, die Quellen, die Blumen, der Hirsch, sogar die Kuh fragte ich, aber sie waren stumm und hielten ihr Geheimnis tief innen verschlossen. Ich war verwirrt und wurde blaß und konnte nicht essen. Und dann, gestern, bekam Bhagavan Mitleid mit mir und beantwortete selbst meine Frage.
Es ereignete sich so:
Als wir gestern eine Rasa tanzten, kam eine in unsere Mitte, zwischen uns schlüpfend, auf lautlosen Füßen, die ich als Malati erkannte. Ich rief erstaunt: »Was, Malati!« Aber im gleichen Moment rief eine andere Gopi: »Meine Schwester!« Und eine andere: »Nein, es ist meine Nichte!« Und eine Dritte: »Meine Cousine!« Und eine Vierte: »Meine kleine Schwester!« »Nein, nein, es ist Malati!« erklärte ich und sah sie an... Aber oh! Es war nicht Malati, es war Pushpsvati, meine ältere Schwägerin! Ich rieb meine Augen und hörte Eine sagen: »Oh Mutter, wie kommst Du hierher?« Und eine andere: »Seht, meine Tante ist gekommen, um sich zu der Rasa zu gesellen!« Und eine andere: »Nein, Ihr seid alle blind! Es ist Kusumavati, die Frau meines Bruders! Ich sage Euch, ich sehe sie klar, es ist Kusumavati, sogar bis zum letzten Ring an ihren Zehen!« Und so begannen sie zu streiten und nannten sich gegenseitig blind und dumm und getäuscht...
Als wir gestern eine Rasa tanzten, kam eine in unsere Mitte, zwischen uns schlüpfend, auf lautlosen Füßen, die ich als Malati erkannte. Ich rief erstaunt: »Was, Malati!« Aber im gleichen Moment rief eine andere Gopi: »Meine Schwester!« Und eine andere: »Nein, es ist meine Nichte!« Und eine Dritte: »Meine Cousine!« Und eine Vierte: »Meine kleine Schwester!« »Nein, nein, es ist Malati!« erklärte ich und sah sie an... Aber oh! Es war nicht Malati, es war Pushpsvati, meine ältere Schwägerin! Ich rieb meine Augen und hörte Eine sagen: »Oh Mutter, wie kommst Du hierher?« Und eine andere: »Seht, meine Tante ist gekommen, um sich zu der Rasa zu gesellen!« Und eine andere: »Nein, Ihr seid alle blind! Es ist Kusumavati, die Frau meines Bruders! Ich sage Euch, ich sehe sie klar, es ist Kusumavati, sogar bis zum letzten Ring an ihren Zehen!« Und so begannen sie zu streiten und nannten sich gegenseitig blind und dumm und getäuscht...
Aber plötzlich lachte Shri Radhe süß, die seit einer Weile sich zu uns gesellt hatte und klatschte in ihre Hände und rief mit einer Stimme wie Silberglocken: »Ah, es ist Krishna! Komm hervor Du Quälgeist, ich habe Dich erkannt!« Hierbei verschwand die neue Gopi und Shri Krishna stand vor uns, die Füße gekreuzt, den Körper wiegend, die Flöte an Seinen lächelnden Lippen, mit Seinen strahlenden Augen in die Unsrigen lachend. Für einen Augenblick stand Er so da, dann lief Er zu Shri Radhe und kniete vor ihr.»Heil, oh Gottheit, oh Du Größte unter den Bhaktas! Du, Du allein, unter all diesen kannst Krishna durch alle Verkleidungen erkennen! Deine Augen, durch Liebe gereinigt, können den Vorhang der Maya durchdringen und die Wirklichkeit dahinter festhalten. Lernt, lernt von Shri Radha, oh Ihr Dummen, blind wie Ihr seid und gefangen in der Schlinge Eurer fünf schwachen Sinne! Und wißt, daß jedes geschaffene Ding nichts als ÄUSSERER SCHEIN ist, ein vollständiges Brindaban in sich, worin Ich versteckt liege und Verstecken spiele mit denen, die Mich lieben! Lernt Mich in allen Dingen zu finden und Krishna wird Euch für immer gehören, und Ihr werdet niemals ohne Ihn sein, denn das ganze Universum, mit allem was es beinhaltet, wird Krishna vor Eurem offenen Blick sein!«
Dann, sich zu mir wendend:
»Sharmila, komm hierher! Hast Du die andere Lektion gelernt?«
»Ich habe sie gelernt, Herr«, murmelte ich und sank zu seinen Lotusfüßen.
»Sharmila, komm hierher! Hast Du die andere Lektion gelernt?«
»Ich habe sie gelernt, Herr«, murmelte ich und sank zu seinen Lotusfüßen.