Google 1.6 HTML Module (2)

Weise Worte:

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Er, der Schamane, wurde zugelassen in die Gegenwart eines grossen Mannes. Nicht in dieser Welt, sondern in einer weit entfernten Welt. Der grosse Mann war bekleidet mit dem Tag, dem strahlendsten Tag, den er je gesehen hatte, einem Tag immerwährender Dauer. Die ganze Welt war auf ihm ausgebreitet, auf ihm waren Erde und alle Dinge zu sehen, alle schönen und lieblichen Dinge

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Brainerd


Yogananda

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03 Am nächsten Tag

In der Morgendämmerung ist das Wasser in der Jamuna wie fließendes Kristall und der Himmel ist wie ein großes Kristalltuch, das mit zarten Farbschattierungen, deren Namen ich nicht kenne, überzogen ist. Und es ist eine Stille über der Erde, so als ob alle Dinge beten. Und die Brise, die das Wasser der Jamuna kräuselt, ist wie eine Nachricht aus einem Land in dem die Götter wohnen. Es war schön, frühmorgens mit meinen Kameradinnen an den Ghat zu gehen. Das Baden war schön und die Lieder, Gespräche und das Gelächter.
Wir haben uns gegenseitig naß gespritzt, einander die Haare benetzt und meine Sakhis riefen fortwährend: »Hari! Hari!« Und eine rief: »Gopala!« aus und fiel beinahe in Ohnmacht. Und eine andere sagte: »Meine Augen verlangen nach Seinem Anblick!« Daraufhin eine andere: »Meine Ohren sind, wie immer, dauernd gespitzt, um Seine Flöte zu hören.« Und eine dritte sagte: »Mein Herz bricht mir. Wann wird Er endlich kommen?« Und eine vierte: »Das Leben ist unerträglich ohne Hari!« Und eine andere sagte: »Und doch, sogar nur der Gedanke an Ihn ist wie Ruhe, Nahrung und Getränk für die matte Seele.« Und eine andere seufzte und schlug sich still an die Brust.
Jedoch eine sagte: »Wahrhaftig, wahrhaftig! Aber das Leben ist auch unerträglich wegen Ihm.« Und es gab ein großes Geschrei bei ihren Worten und alle sagten: »Wie? Unerträglich? Wie meinst Du das, Du Undankbare, Ihn - Nicht - Liebende!« Und es entstand solch ein Stimmengewirr, daß ich ganz vergaß zu fragen wer »ER« war! (Ich will IHN fragen.) Als jedoch sich alle Gopis an diejenige wandten, die gesagt hatte, daß das Leben »unerträglich« sei wegen »Ihm«, hob sie ihre Gagar auf ihren Kopf und dann, sie mit der einen Hand festhaltend, hob sie die andere, um um Stille zu bitten.
»Ja« sagte sie schließlich. »Ich sage wegen Ihm. Denn mein Mann, der mich liebt, ist voller Zorn gegen das, was er meine »Besessenheit« nennt, ißt keine Nahrung, die von mir gekocht ist, meine Schwiegermutter spricht nicht mit mir und die Schwestern meines Mannes machen mir das Leben so elend mit ihren sticheligen und beißenden Reden. Darum sage ich, wäre dieser Krishna doch auf dem Grund der Jamuna!«
Und so gesprochen, drehte sie sich um und ging weg, eine Hand an ihrer Gagar, die andere an ihrer schwingenden Hüfte. Und selbst ihr Rücken schien in Zorn und Hoffnungslosigkeit aufzuschreien. Meine Kameradinnen schienen über ihre Worte verdutzt zu sein, bis eine nach einer Weile sagte: »Krishna sei gedankt! Nicht alle Männer sind wie der Ehemann dieser Unglücklichen! Was, EIFERSÜCHTIG! Und das auf Krishna!«
Bei diesen Worten lachten alle Gopis in scherzhafter Verachtung. Und ich begann mich zu wundern, wer dieser »Krishna« sein könnte, so stark, daß ich sogar vergaß danach zu fragen! Es ist ein so süßer Name, »Krishna«. Wer könnte es sein?

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Viele Grüsse an das Zwerchfell:

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Modern
Ein moderner Mensch verirrte sich in einer Wüste.
Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn ausgedörrt. Er fieberte.
Wenn er erschöpft ein paar Stunden schlief, träumte er von Wasser,
von Orangen und Datteln.

Dann erwachte er zu schlimmerer Qual und taumelte weiter.
Da sah er in einer Entfernung eine Oase. Aha, eine Fata Morgana, dachte er.
Eine Luftspiegelung, die mich narrt und zur Verzweiflung treiben will,
denn in Wirklichkeit ist gar nichts da.

Er näherte sich der Oase, aber sie verschwand nicht. Sie wurde im
Gegenteil immer deutlicher. Er sah die Dattelpalmen, das Gras und die Felsen,
zwischen denen eine Quelle entsprang. "Es kann natürlich auch eine
Hungerphantasie sein, die mir mein halb wahnsinniges Hirn vorgaukelt, dachte er.
Solche Phantasien hat man ja in meinem Zustand.

Natürlich - und jetzt höre ich sogar das Wasser sprudeln.
Eine Gehörhalluzination. Wie grausam die Natur ist!"
Mit diesem Gedanken brach er zusammen. Er starb mit einem lautlosen Fluch
auf die unerbittliche Bösartigkeit des Lebens.

Eine Stunde später fanden Ihn zwei Beduinen.
"Kannst du so etwas verstehen?" sagte der eine zum andern.
"Die Datteln wachsen ihm ja beinahe in den Mund -
er hätte nur die Hand auszustrecken brauchen. Und dicht neben der Quelle liegt er,
mitten in der schönsten Oase -verhungert und verdurstet. Wie ist das nur möglich?"

"Er war ein moderner Mensch", antwortete der andere Beduine.
"Er hat nicht daran geglaubt".

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