07 Später
Als ich heute mit meinen Sakhis in den Wäldern spazierenging, sah ich ein seltsames Schauspiel. Eine Frau mit aufgelöstem Haar, zerrissenem Sari, die Augen voller Tränen und Schlaflosigkeit, die Hände suchend und in demütiger Bitte ausgestreckt, wanderte zwischen den Bäumen hin und her, stolpernd, fallend, taumelnd, so als ob sie ihren Verstand verloren hätte.Meine Kameradinnen hielten an und wisperten: »Mai Jashoda!« »Oh weh! Arme Mai Jashoda, den suchend, der nicht kommt!« »Wahrhaftig, es bricht mir das Herz sie zu sehen!« »Ihre Augen sind voller Tränen und sie ißt weder, noch schläft sie, noch kann sie arbeiten.« »Ist das Mai Jashoda?« flüsterte ich. Als meine Kameradinnen den Finger auf die Lippen legten und nickten, drehte sich Mai Jashoda zu uns um und von ihren Lippen kam ein Stöhnen und dann ein Weinen »Krishna! Krishna!« Wir gingen zu ihr und sie fragte, sich jeder Gopi zuwendend, traurig: »Töchter, habt Ihr meinen Krishna gesehen? Wahrhaftig, ich bin halb tot, so sehr vermisse ich Ihn - ich kann weder schlafen noch essen seit mein Krishna, das Licht meiner Augen, die Wonne meines Herzens, nicht mehr hier ist, um dem Schlaf seine Ruhe und der Nahrung den Geschmack zu geben. Sagt mir, sagt mir, habt Ihr
Krishna gesehen?«
Krishna gesehen?«
Ihre süße Stimme zerbrach und ihr Busen wogte, als meine Kameradinnen langsam und schwer ihre Köpfe schüttelten. »Auch wir suchen Krishna«, sagte eine, »und ohne Ihn sind unsere Tage wie die Nächte.« »Eine Traurigkeit liegt über Brindaban«, sagte eine andere, »die Blumen haben aufgehört zu blühen, die Bäume haben die Frische ihres Grüns verloren, und die Kletterpflanzen ihre liebliche Schmiegsamkeit, seitdem Krishna nicht mehr da ist um sie anzusehen.«